Nachgefragt – Interview mit Monika Jaedig

Liebe Monika,

Du hast Dich bereit erklärt ein paar Fragen zu beantworten. Vielen Dank dafür.

Erzähle uns doch bitte ein wenig über Dich

 

Monika JaedigIch lebe in der Ostschweiz, bin glücklich verheiratet und habe einen erwachsenen Sohn. Zur Familie gehören auch die beiden Islandpferde Heiður und Hnota. Nach einer kaufmännischen Ausbildung im Versicherungswesen war ich im kaufmännischen Sektor verschiedener Branchen tätig.

Meine Islandliebe begann mit den Pferden. Ich beschäftige mich intensiv mit der isländischen Kultur und Geschichte und lerne Isländisch. Regelmässig bereise ich die Insel, auf der Suche nach Inspirationen für meine schreibende Tätigkeit. Im Herbst 2010 begann ich an der vierteiligen Islandromanreihe Silbernes Band zu arbeiten, welche von Heiðar erzählt, der immer zu Hause blieb, seinen Vater nicht kennt und nie die Eine fand. 2013 wurde der erste Teil der Geschichte als eBook veröffentlicht und mittlerweile ist die Reihe komplett. Silbernes Band, der erste Teil der Reihe, ist nun auch gedruckt erhältlich. Die Fortsetzung Lichtblickzauber folgt demnächst, die übrigen zwei Bände im Laufe dieses Jahres.

Neben meiner Tätigkeit als Romanautorin schreibe ich auf freier Basis für das Magazin der Schweizerischen Islandpferdevereinigung IPV-CH. Einige meiner Artikel sind zudem in Zeitschriften des Deutschen Islandpferde-Reiter- und Züchterverbandes IPZV erschienen.

Silbernes Band ist das erste von vier Büchern, die Du geschrieben hast. Es folgten Lichtblickzauber, Herzklangstille und Sonnenwendeglut. Was hat Dich dazu bewogen diese Bücher zu schreiben und woher hast Du die Ideen für Deine Bücher genommen?

Die Geschichte von Rúna, Heiðar und Fionn „überfiel“ mich regelrecht nach einem wunderschönen Urlaub in Island und wollte unbedingt aufgeschrieben werden. Ich beschäftige mich schon längere Zeit mit der isländischen Kultur, Geschichte und Sprache und interessiere mich für die Isländersagas, welche von der Besiedelung der rauen Vulkaninsel berichten. Die mittelalterlichen Saga-Handschriften sind Islands bedeutendster Kulturschatz. Ich verwende Motive aus diesen Geschichten in meinen Romanen.

Hast Du Deine Bücher am PC geschrieben oder traditionell mit Bleistift, oder Feder auf Papier?

Hauptsächlich schreibe ich am PC, ergänzt durch handschriftliche Notizen.

Woher kommt Deine Liebe zu Island und zu den Vampiren?

Es begann mit den Islandpferden, die ich als Kind reiten durfte. Jahre später, nach der ersten Islandreise, war es um mich geschehen und ich befasste mich fortan intensiv mit diesem wunderschönen Land.

Vampire faszinieren mich ebenfalls seit Kindertagen. Damals sah ich mir die alten Draculafilme an und fürchtete mich entsprechend. Die scharfen Sinne der Blutsauger, ihre Kraft und die Unsterblichkeit üben eine große Anziehungskraft auf die Menschen aus. Ich wollte in meiner Geschichte eine nordische Variante des Vampirthemas schaffen, dabei spielt die Naturverbundenheit meiner Unsterblichen eine wichtige Rolle.

In Deinen Büchern spielt auch ein Pferd eine wesentliche Rolle. Bist Du ein Pferdenarr und hast Du eigene Pferde?

Pferde kommen in vielen Islandromanen vor, da die Isländer lange Zeit auf die zähen Vierbeiner angewiesen waren, um Menschen und Waren auf dem Landweg zu transportieren. Dass in meinem Roman Pferde vorkommen sollten, war deshalb von vornherein klar. Ich nutzte die Möglichkeit, meine Stute Hnota in die Geschichte hineinzuschreiben. Sie passt perfekt für ihre Rolle und darf sich selbst spielen. So erhielt ich die Möglichkeit, mein Pferd (zumindest auf dem Papier) nach Island zurückzuschicken, was in der Realität unmöglich wäre. Ein Pferd, das die Insel einmal verlassen hat, darf nie mehr zurückkehren, da Pferdeimporte verboten sind.

Die Arbeit mit unseren Pferde Hnota und Heiður ist ein wunderbarer Ausgleich zum Schreiben. Sie lehren mich Geduld und Ausdauer, und dass man auch mit kleinen Schritten vorwärts kommt. Dinge, die in meinem Beruf als Autorin sehr wichtig und hilfreich sind.

Mit welcher Deiner Figuren in Deiner Buchreihe kannst Du Dich am ehesten identifizieren?

Es gibt keine Figur mit der ich mich besonders identifiziere, aber in jedem Charakter steckt ein kleines Stück von mir. Manche Figuren machen ähnliche Erfahrungen wie ich, haben dieselben Vorlieben oder Marotten. Ich denke, so ist es auch bei vielen Autorenkollegen.

War Dir das Ende Deiner Buchreihe von Anfang an klar?

Ja, die Rohfassung der vier Teile habe ich an einem Stück geschrieben. Bei der Überarbeitung fielen natürlich noch einige Dinge weg, andere Details kamen hinzu, aber der Plot stand an sich fest.

Verdienst Du Deinen Lebensunterhalt mit dem Schreiben von Büchern?

Nein, dazu fehlen mir die entsprechenden Marketingmöglichkeiten 😉

Hattest Du Lampenfieber als Du Dein erstes Buch veröffentlicht hast? Gab es Selbstzweifel?

Das war auf jeden Fall eine sehr aufregende Zeit und das Lampenfieber überfällt mich bei jeder Veröffentlichung von Neuem.

Selbstzweifel kenne ich ebenfalls. Einige Menschen in meinem nahen Umfeld, von denen ich eigentlich etwas Anerkennung erwartet hätte, haben sich sehr abfällig über meinen Roman geäußert – natürlich ohne auch nur einen Satz gelesen zu haben. Das schmerzte sehr, aber umso wichtiger und schöner sind die vielen positiven Reaktionen meiner Leser.

Hat sich Dein Leben nach der Veröffentlichung Deiner Bücher verändert? Hat sich überhaupt etwas verändert?

Ich muss zwar meine Zeit noch sorgfältiger einteilen, aber ich durfte viele wunderbare Menschen kennenlernen, Neues lernen und spannende Erfahrungen machen.

Wie hat Dein Umfeld auf Deine Bücher reagiert?

Die Reaktionen waren mehrheitlich positiv. Mein Mann unterstützt mich wunderbar, ist mein erster Leser und ehrlicher Kritiker.

Bist Du Selfpublisherin oder bei einem Verlag unter Vertrag?

Ich genieße ganz bewusst die Freiheit des Selfpublishings. Es ist mir wichtig, Geschichten zu erzählen, die aus meinem Herzen kommen und ich möchte mir, ohne Abgabetermin im Nacken, die nötige Zeit dafür nehmen können.

Glaubst Du, dass das Taschenbuch irgendwann eventuell vom Markt verschwinden wird? Deine Bücher gibt es ja sowohl als E-Book als auch als Print. Wenn Du Dich für eine Variation entscheiden müsstest, welcher würdest Du den Vorzug geben?

Nein, ich glaube nicht, dass gedruckte Bücher irgendwann verschwinden. Meine Romanreihe gab es erst nur als E-Books, das war ideal für den Einstieg ins Metier. Im Laufe dieses Jahres erscheinen sie nun auch gedruckt, was auch wieder eine tolle Erfahrung für mich bedeutet. Ich lese selbst sehr gerne E-Books, besonders wenn ich unterwegs bin. Müsste ich wählen, gäbe ich aber dem gedruckten Buch den Vorzug.

Liest Du selber viel und gibt es ein Lieblingsbuch?

Bücher begleiten mich seit meiner Kindheit, ich habe immer schon sehr gern und viel gelesen. Durch das Schreiben ist es weniger geworden, aber ich nehme mir immer wieder ganz bewusst Zeit ein schönes Buch zu genießen. Meine Lieblingsbücher sind Die Eismalerin und Die Farben der Insel von Kristín Marja Baldursdóttir, die bewegende Lebensgeschichte einer isländischen Kunstmalerin.

Was fasziniert Dich an Büchern?

Wie die Buchstaben auf Papier uns verzaubern können. Man taucht in eine Geschichte ein, reist in fremde Welten, lacht, weint, hofft und bangt mit den Figuren – und sitzt dabei bequem im Sessel. Ist das nicht toll?

Arbeitest Du gerade an einem neuen Buch und wenn ja magst Du uns kurz etwas über den Inhalt verraten?

Parallel zu den Druckausgaben meiner Romanreihe arbeite ich an einem neuen Projekt, einer isländischen Geschichte mit Pferden und allerlei fantastischen Geschöpfen. Auf meiner letzten Islandreise habe ich bereits fleißig recherchiert und Schauplätze besucht. Ich freue mich sehr darauf, diese Geschichte mit meinen Lesern zu teilen.

 

Danke Monika!

 

 

 

 

 

 

 

 

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Eine Antwort auf Nachgefragt – Interview mit Monika Jaedig

  1. Herzlichen Dank für die tolle Möglichkeit, mich bei Dir vorzustellen <3 Ich wünsche Dir viel Freude und alles Gute für Deinen schönen Blog!

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