Nachgefragt – Interview mit Christin Burger

Christin BurgerKurzvita:

Ich wurde 1975 in Tübingen geboren und bin dann in Lahr im Schwarzwald aufgewachsen. Nach meinem Abitur habe ich noch vier Jahre gebraucht, bis ich endlich wusste, dass ich nur schreiben will. Durch eine Freundin in Köln kam ich als Quereinsteiger zum Fernsehen und schreibe seit dem (2001) jeden Tag. Es ist das perfekte Leben für mich. Nach 12 Jahren in Köln lebe ich jetzt wieder im Schwarzwald, weil ich die Natur als Inspiration brauche – auch wenn ich Köln immer lieben werde…

Liebe Christin,

Du hast Dich bereit erklärt ein paar Fragen zu beantworten. Vielen Dank dafür.

Aber gerne doch!! Ich freue mich sehr über das Interesse und auf deine Fragen.

Ist „Im Kreis der Sieben – Auf der anderen Seite“ Dein erstes Buch?

Nein. Mein erstes Werk handelte von einer Kellnerin, deren Leben sich durch den Geist eines Schusters verändert. Das war mein erster Versuch, einen Roman zu entwerfen. Dieser Roman liegt in der Schublade und wird wohl auch dort bleiben. Aber ich habe eine Menge gelernt, was ich in „Im Kreis der Sieben“ umsetzen konnte. Man lernt ja mit jeder geschriebenen Seite dazu…

Außerdem habe ich mit Kolleginnen zwei E-Book Serien für Bastei Lübbe geschrieben.

Was hat Dich dazu bewogen genau dieses Buch zu schreiben?

Es war und ist die Geschichte, die mich nie losgelassen hat. Wann immer ich dachte: Das war es jetzt – schwupp – kam die nächste Idee und mir wurde klar, dass ich dieses Buch veröffentlichen werde. Auch, weil es eine Thematik hat, die mich schon seit Jahren beschäftigt.

Das Auge spielt in Deiner Geschichte eine wesentliche Rolle. Ohne jetzt zu spoilern … Wie bist Du auf diese Idee gekommen?

Ich freue mich sehr, dass dir das Auge so gut gefällt. Mir auch 😉  Das Auge kam sozusagen zu mir. Ich war spazieren und wollte mir in Ruhe überlegen, wie ich mir die „andere Seite“ vorstelle. Was meine Lara dort als erstes sieht. Genau in dem Moment tanzte das Auge in meinen Gedanken und rief die ganze Zeit „Erschaffe! Erschaffe!“. Ich musste lachen und dachte nur: Das wird eine wirklich abgefahrene Geschichte. Und dann hat das Auge seinen ganz eigenen Lauf genommen, den du ja bereits kennst.

Mit welcher Deiner Figuren in Deiner Buchreihe kannst Du Dich am ehesten identifizieren?

Ich kann mich tatsächlich schwer auf eine Figur festlegen. Mit meiner Lara auf jeden Fall. Ich kenne das Gefühl, sich von etwas lösen zu müssen, um das eigene Leben zu leben. Ihren Weg bin ich also vorher auch schon gegangen. Wenn auch nicht auf diese Weise und mit dieser netten Begleitung J Aber ich kann mich auch sehr gut mit dem Auge identifizieren, das auf der Suche nach seiner Bestimmung ist. Oder gar mit Styx, die das ein oder andere Geheimnis kennt, aber schön für sich behält!

Das zweite Buch „Im Kreis der Sieben – In anderen Welten“ ist auch bereits erschienen. Wann dürfen wir denn mit dem nächsten Band rechnen? Wird dies der letzte Band sein?

Band 3 ist in diesem Augenblick in Arbeit. Es wird der letzte Band sein, das steht bereits fest. Geplant ist eine Veröffentlichung im März 2017… ich muss mich also ranhalten!!

Verdienst Du Deinen Lebensunterhalt mit dem Schreiben von Büchern?

Ich darf mit meinem Schreiben meinen Lebensunterhalt verdienen, was ich als großes Geschenk empfinde. Es gibt nichts Schöneres, als den ganzen Tag zu schreiben! Ich schreibe auch noch für das Fernsehen, was großen Spaß macht.

Wenn Du schreibst, wo schreibst Du und wann?

Ich habe nur einen Platz, an dem ich mich richtig konzentrieren kann. Und das ist mein Schreibtisch. Ich gehöre nicht zu den Autoren, die in einem Café schreiben können. Das lenkt mich zu sehr ab. Ich brauche viel Ruhe und wenn Musik – dann nur meine eigene. Ich schreibe am liebsten vormittags. Morgens von 6 bis mittags bin ich am kreativsten.

Hattest Du Lampenfieber als Du Dein erstes Buch veröffentlicht hast? Gab es Selbstzweifel?

Und wie! Ich war sehr unsicher, wie die Geschichte ankommt und ob mein Stil den Lesern/innen gefällt. Ich bin überwältigt von der Resonanz! Das hatte ich nicht erwartet und ich freue mich sehr, dass ich schon einige Menschen mit meiner Geschichte verzaubern durfte.

Hat sich Dein Leben nach der Veröffentlichung Deiner Bücher verändert? Hat sich überhaupt etwas verändert?

Tatsächlich haben diese beiden Bücher mein Leben sehr verändert. Ich war vorher sehr zurückgezogen und hatte Angst vor öffentlichen Auftritten. Mir war klar, dass ich mit den Büchern in die Öffentlichkeit muss, wenn ich die Leser/innen darauf aufmerksam machen will. Das habe ich getan und seitdem habe ich so viele tolle und wunderbare Menschen kennengelernt – unter anderem dich J Das habe ich so gar nicht erwartet. Auch auf Lesungen treffe ich immer wieder spannende Menschen, die mir und meinen Büchern dann wieder eine weitere Tür öffnen. Das ist wunderbar!

Wie hat Dein Umfeld auf Deine Bücher reagiert?

Ich habe ein sehr interessiertes Umfeld, das die Bücher mit großer Neugier gelesen hat. Ich hatte auch immer das Gefühl, ehrliche und keine beschönigten Antworten zu erhalten. Außerdem hatte jeder eine Idee für eine Lesung oder einen Kontakt zur Presse. Ohne mein Umfeld und diese Hilfe wäre es sehr schwer für mich gewesen, Werbung zu machen.

Bist Du Selfpublisherin oder bei einem Verlag unter Vertrag?

Ich bin beides. Mit anderen Büchern bin ich bei Verlagen, mit meiner Trilogie bin ich Selfpublisherin geworden. Die Verlage hatten Schwierigkeiten, die Thematik in meinem Buch in eine Schublade zu stecken. Es ist zwar Fantasy, aber ohne Vampire, Elfen oder Werwölfe. Das hat es mit der Verlagssuche schwierig gemacht. Erst hat mich das entmutigt, aber jetzt bin ich froh. Ich habe auf diese Weise eine wunderbare Lektorin (von der textwache.de) getroffen, mit der ich optimal zusammenarbeite und die das Buch noch einmal sehr zum Reifen gebracht hat. Es macht Spaß, für alles selbst verantwortlich zu sein. Das hätte ich gar nicht von mir gedacht…

Wenn ja, bist Du Selfpublisherin mit Leib und Seele oder würdest Du auch zu einem Verlag wechseln?

Ich finde die Arbeit als Selfpublisherin toll. Sollte aber irgendwann ein toller Verlag anklopfen, sage ich nicht nein. Einfach, weil das Bücher versenden und drucken lassen viel Zeit kostet. Aber im Moment bin ich sehr glücklich damit und suche nicht mehr nach einem Verlag.

Liest Du selbst auch? Welches Buch hast du zuletzt gelesen?

Ich lese sehr gerne, auch wenn ich während eines Schreibprozesses nicht zum Lesen komme. Mein letztes Buch war Harry Potter – zum zweiten Mal. Ich war im Theaterstück und wollte noch einmal die ganze Reihe lesen. Immer wieder toll!

Gibt es ein Lieblingsgenre, bzw. eine(n) Lieblingsautor(in)

Tatsächlich nicht. Wenn mich eine Geschichte oder eine Figur packt, dann bin ich dabei!

Was fasziniert Dich an Büchern?

Für mich steckt in jeder guten Geschichte ein weiser Ratschlag für mein Leben. Der kommt oft ganz unerwartet. Ich liebe es, dass eine Geschichte, die vielleicht gar nicht mit dieser Intension geschrieben wurde, in meinem Leben eine Entscheidung beeinflussen kann. Das habe ich schon als Kind bemerkt und das fand ich toll!

E-Book oder Print?

Lieber Print – ich blättere so gerne vor und zurück und lese manche Stellen noch einmal. Das funktioniert mit einem E-Book einfach nicht.

Wo und wann findet denn Deine nächste Lesung statt?

Im schönen Norden! Am 23. September lese ich in der Buchhandlung Wortwerke in Bad Segeberg. Und direkt am 24. September in der Buchhandlung Wortwerke in Husum. Ich hoffe, wir treffen uns da!

Gibt es etwas, was Du uns jetzt unbedingt noch erzählen möchtest?

Ich möchte auf jeden Fall Danke sagen. Dass es Menschen wie dich gibt, die solche Interviews durchführen und Autoren vorstellen. Das ist ganz wunderbar und ich freue mich, dabei zu sein!

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