Dicken Kuss – Barbara Wagner-Maccio und Roland Berktold

Zunächst einmal möchte ich meinen Hut vor der Erzählerin ziehen, sollte sich die Geschichte wirklich so zugetragen haben. So ehrlich darüber zu schreiben bedeutet großen Mut. Beim Lesen dieser Geschichte dachte ich oft, das gibt es nicht – das ist einfach nur krank. Und so ist es wohl auch. Beide Hauptpersonen leiden meiner Meinung nach an einem mangelnden Selbstwertgefühl.
Die Eine zerstört sich systematisch selbst und die zweite Person scheint sich ständig beweisen zu müssen, wie genial sie doch ist. Beide zerstören sich, wenn auch durch unterschiedliche Aktionen. Beide haben die Chance sich weiterzuentwickeln und aus ihrer Geschichte zu lernen. Da im Leben nichts ohne Grund geschieht entsteht die Annahme, dass sich zwei gefunden haben mit der Möglichkeit sich selbst zu finden. Dies umzusetzen schafft aber nur die weibliche Hauptdarstellerin in diesem Buch. Sie lernt aus ihrem Verhalten und verändert sich, was aber auch harte Arbeit bedeutet.

Fazit: Ein Buch welches einem schonungslos aufzeigt, was passieren kann, wenn man nicht genug auf sich achtet, sich selbst nur wenig wert ist – auch wenn man des Öfteren vielleicht denkt – das gibt es nicht … Zitat: „Nicht die Wahrheit, in deren Besitz irgendein Mensch ist oder zu sein vermeinet, sondern die aufrichtige Mühe, die er angewandt hat, hinter die Wahrheit zu kommen, macht den Wert des Menschen. Denn nicht durch den Besitz, sondern durch die Nachforschung der Wahrheit erweitern sich seine Kräfte, worin allein seine immer wachsende Vollkommenheit bestehet. Der Besitz macht ruhig, träge, stolz –
(Gotthold Ephraim Lessing (1, 27), Eine Duplik)

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